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Freitag 19.März 2008


Rupertusblatt, 12. Februar 2007:

Rupertusblatt


Reichenhaller Tagblatt, 10. Februar 2007:

Es geht um das freie Erlebnis der Bibel
Mit Hubert von Goiserns Kompositionen die dreistöckige Arche durchwandern


SALZBURG (sts) - Mit globigen Bergschuhen ohne Schnürsenkel betritt er den
Raum, schaut sich etwas verhalten um. Er wirkt “bewusst unaufgeräumt³,
natürlich und bescheiden: Hubert von Goisern, der anlässlich eines
besonderen Projekts in den Salzburger Stifts-keller St. Peter geladen worden
war. Er, der einst mit dem “Hiatamadl³ gänzliche Berühmtheit erlangt hat,
soll für die musikalische Umrahmung der Bibel-Erlebniswelt sorgen.
Zu dem auch für ihn durchaus besonderen “religiösen Auftrag³ kam Hubert von
Goisern durch seinen langjährigen Freund Pfarrer Heinrich Wagner, der als
Leiter des Bibelreferats der Erzdiözese Salzburg überhaupt die Idee einer
solchen Erlebniswelt hatte.
“Schon seit jeher ist es ein Anliegen, die Bibel der Bevölkerung näher zu
bringen. Früher ging das über Bildhauerei und Malerei, heute eben über eine
Erlebniswelt³, so der Obmann des Vereins “Bibelwelt³, der mit einer
Projektgruppe seit 2003 an jener Vision arbeitet, die nun im Peterskeller
vorgestellt wurde.
“Wir wollen die Geschichten der Schrift erlebbar machen, die Reise in andere
Zeiten und Kulturen ermöglichen, die Leute mitten ins Geschehen reinholen -
auch durch Geräusche und Musik³, so Heinrich Wagner, der es als besondere
Herausforderung sieht, in heutiger Zeit die biblischen Inhalte unter
Verwendung moderner Technik und Medien in eine Erlebnissprache zu
übertragen.
Das Haus soll wie Noahs Arche aussehen (Symbol des Bundes Gottes sowie der
Hoffnung und Bewahrung) und über verschiedene altersgemäße Rundgänge
verfügen: vom abenteuerlichen Weg der jüdischen Geschichte über ein
kindgerecht-spannendes Erleben der Jona-Geschichte (eine Katze muss in die
Hundestadt), hin zu einem Paulus- und Jesus-Raum. Themen wie Befreiung,
Angst, Licht und Dunkelheit, Hinauf, Hinab, Wurzel-Entdeckungen und vieles
mehr sollen für den Besucher erlebbar gemacht werden.
Und da spielt eben auch der musikalische Hintergrund eine besonderer Rolle.
“Ich bezeichne mich als gläubigen Menschen - mit Christ tu' ich mich schon
schwerer³, so Hubert Achleitner, alias Hubert von Goisern. “Obwohl ich vor
Jahren aus der Kirche ausgetreten bin, ist Heinrich trotzdem auf mich
zugekommen³, so der 54-Jährige, der etwas scherzhaft seine Zusage begründet:
“Ich habe die Hymne für Red Bull Salzburg gemacht, jetzt bringe ich mich
auch in die Erlebniswelt ein.³
Die Bibel sieht Hubert von Goisern als wichtigen Bestandteil der
abendländischen Kultur: “Eine Wurzel unseres Denkens und Handelns.³
Ansonsten gibt der Künstler, der dem Projekt nicht unkritisch
gegenübersteht, offen zu, dass er vom Fachwissen des Projektleiters und
Freundes Heinrich Wagner abhängig sei: “Ich reagiere auf das, was er mit
seinem Team kreiert. Ich nasche also mit, mit denen, die sich eingehend mit
der Bibel beschäftigen.³
Für Hubert Achleitner ist die “Klangarbeit³, auf die er sich da einlässt wie
die Vertonung eines Films: “Da soll ja die Musik auch nicht im Vordergrund
stehen, sondern Stimmung erzeugen - untermalen.³
Pfarrer Heinrich Wagner stellt klar, dass es sich “nicht grundsätzlich um
ein speziell katholisches Projekt³ handelt. Auch das Ziel sei nicht
missionarisch: “Es geht um das freie Erlebnis der Bibel.³ Und um dies zu
ermöglichen arbeiten an dem Projekt unter anderem Theologen, Künstler,
Museumspädagogen, Architekten und Wirtschaftsexperten.
Die Fertigstellung des dreistöckigen Hauses, ist für Frühjahr 2010 ins Auge
gefasst, wobei die planmäßige Umsetzung bereits eit gediehen ist. “In einer
ersten Ausbaustufe wird gut die Hälfte des Innenraumes gestaltet. Aus den
Erlösen wird der schrittweise Ausbau des Hauses dann weiter finanziert³, so
Heinrich Weber, der die Gesamtkosten auf 4 Millionen Euro veranschlagt.
Entstehen wird das “Erlebnishaus Bibelwelt³ im Salzburger Stadtteil
Schallmoos.


Reichenhaller Tagblatt, 10. Februar 2007:


Angemesser Zugang?
“Sie werden lachen, die Bibel³, antwortete Bertolt Brecht einst auf die
Frage, welches für ihn das wichtigste Buch der Weltliteratur sei. Mit ihren
über 15.000 Verweisen auf Gott ist das “Buch der Bücher³ freilich nach wie
vor die erste Quelle für einen “nach oben hin³ suchenden Menschen. Nur
verständlich also, dass ein Mann wie Pfarrer Heinrich Wagner als Leiter des
Bibelreferats der Erzdiözese Salzburg die “Ur-Bibliothek der Christen³ neu
ins Spiel bringen will.
Doch das Projekt ist so außergewöhnlich wie mutig zugleich. Und so darf
getrost gefragt werden, ob ein Abenteuer-Erlebnis-Park der angemessene
Zugang zur Heiligen Schrift ist. Und genauso getrost darf geantwortet
werden: Und ob!
Schließlich ist die Bibel im Grunde nichts anderes als ein Erlebnis - oder
besser: eine bunte Sammlung von Erlebtem. Voller Glauben und Zweifel, Licht
und Dunkel, voller Scheitern und Vervollkommnung, voller Fragen und vor
allem Antworten. Die Bibel ist so abenteuerlich, so spannend, so schön und
auch so kompliziert wie das Leben selbst.
In einer Zeit, in der Denk-Müdigkeit und Erlebnis-Sehnsucht sich die Hand
geben, in einer Zeit, in der Dieter-Bohlen-Sprüche mehr Reiz ausüben als
geistreiche Zitate, ist ein solches Projekt, wie es Heinrich Wagner und sein
Team angehen, eine echte Chance. Und gerade um die Arche-Pforten weit zu
öffnen, will der verantwortliche Pfarrer den “missionarischen Aspekt³ ganz
beiseite lassen: “Das Erlebte soll für sich sprechen, der Gast ist
eingeladen, die Eindrücke völlig frei zu verarbeiten - und wenn er danach
einen neuen oder gar ersten Zugang zur Bibel findet wäre das natürlich
wunderbar.³
Fest steht: Was greifbar wird, wird leichter begriffen, was neu gehört wird,
dem ist oft freier zu gehorchen und was einmal ganz anders gesehen wird,
verhilft zu neuer Einsicht. - Zumal laut ZDF-Nachrichtenmann Peter Hahne
ohnehin “in der Bibel lauter alte Geschichten stehen, die jeden Tag neu
passieren.³ Stefan Schimmel

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